Kunst der Moderne

Unter dem Begriff moderne Kunst werden zahlreiche Stilrichtungen vereint. Was alle Stile jedoch gemeinsam haben, ist die Individualität, die alle Künstler in ihren Werken umsetzten. Bewegungen wie der Surrealismus und der Dadaismus unterscheiden sich zwar stark, vereinen dennoch die selben Merkmale.

  • Subjektivität, da von einem neuen Weltbild ausgegangen wird
  • Orginalität, aufgrund der Ideen der einzelnen Künstler
  • Authenzität, da Konventionen ignoriert werden
  • Individualität, weil alle Künstler ihre eigenen Ideen umsetzen
  • Offenheit, da Betrachtende die Werke unterschiedlich deuten können

Zunächst hatte die Kunst der Moderne besonders aufgrund dieser Eigenheiten Schwierigkeiten sich durchzusetzen und Anhänger zu finden. Doch in der Moderne waren nicht nur die Ideen und Inspirationen der Künstler vielfältig, sondern auch Materialien und Techniken, mit denen sie diese umsetzen konnten. Neben der klassischen Malerei konnten die Künstler nun auch auf Fotografie, Plastiken, Collagen und Video- sowie Audiokunst zugreifen, was die komplette Kunstszene revolutionierte.

Bauhaus

Als einer der wichtigsten Stile der Moderne gilt der Bauhaus-Stil, der vor allem die Architektur prägte. Die Vision dieses Stils war das Verbinden von Kunst und Handwerk. Daraus entstand ein funktionaler Stil ohne Schnörkel, der den Geschmack der Gesellschaft nachhaltig prägte. Die berühmteste deutsche Schule der Architektur entsteht 1919 in Weimar, wo der Gründer Walter Gropius die Idee hatte, eine Baukunst zu entwerfen. Als Vorbild gelten zunächst mittelalterliche Bauhütten, da dort Künstler und Handwerker Hand in Hand arbeiteten. Berühmte Künstler des Bauhaus sind Paul Klee, Oskar Schlemmer und Johannes Itten.

Dada

Dada breitet sich zur Zeit des ersten Weltkriegs von Europa in die ganze Welt aus. Die Künstler des Dadaismus wollen das politische System revolutionieren, da dieses ihrer Meinung nach den herrschenden Krieg unterstützt. Da der Glaube an ehemals herrschende Ideale verloren ist, werden Werte wie Mut, der Glaube an Gott und Vaterlandsliebe in Frage gestellt. Der Stil stellt sich aber nicht nur gegen das System, sonder auch gegen andere Kunststile der Zeit wie den Expressionismus.

Dada ist vor allem als literarische Bewegung bekannt geworden. In sogenannten Lautgedichten verzichten die Künstler auf Wörter, da sie der Sprache, die zu häufig missbraucht wurde, nicht mehr vertrauen und sich gleichzeitig von den festen Bedeutungen der einzelnen Worte eingeschränkt fühlen. Stattdessen bemühen sie sich durch den beschwörenden Tonfall, dem Zuschauer bestimmte Emotionen zu vermitteln. Berühmte Dadaisten waren Kurt Schwitters und Marcel Duchamp.

Expressionismus

Dieser Stil entwickelte sich durch die Nachwirkungen des ersten Weltkriegs und der gleichzeitigen Vorahnung eines nächsten. Zunächst waren es die Industrialisierung und die damit zusammenhängende Urbanisierung, die die Künstler in ihren Werken thematisierten. Der Expressionismus versteht sich als künstlerische Antwort auf diese Veränderungen der Welt und will zugleich gegen diese protestieren. Die Künstler wollten ihre Individualität zum Ausdruck bringen, und zeigen, dass der Mensch nicht nur Teil des großen Ganzen ist. Prägend für alle Künstler dieser Zeit war die Sehnsucht und Suche nach einer individuellen Ausdrucksform, die sie schließlich in diesem Stil fanden. Obwohl die meisten Expressionisten hinter ihrem Vaterland standen, machten sie auf Missstände in diesem aufmerksam, weshalb viele ihrer Werke vom Regime als entartet bezeichnet wurden, woraufhin vielen Künstlern die Ausübung ihrer Kunst verboten wurde.

Futurismus

Der Futurismus ist eine aus Italien stammende avantgardistische Kunstbewegung, die neben der Kunst auch für Musik und Literatur revolutionierend war. Obwohl der Futurismus besonders in Italien etabliert war, verbreitete er sich auch international. In Russland bekam die Stilrichtung ein neues Gesicht und auch in Deutschland, besonders in Berlin, fand der Futurismus viele Anhänger. Das Ziel der Futuristen ist es, mit allen Traditionen zu brechen, da sie diese als veraltet wahrnahmen. Mir ihrer Kunst wollen sie es schaffen, dem neuen, modernen Leben gerecht zu werden.

Impressionismus

Der Impressionismus entwickelte sich im 19. Jahrhundert in Frankreich und breitete sich von dort aus schnell in ganz Europa aus. Der Kunststil brachte berühmte Vertreter wie Claude Monet hervor, und viele Künstler verschrieben sich auch zur Zeit des Expressionismus noch ganz dem Impressionismus. Die Künstler erkannten, dass sich die Wahrnehmung in jedem Moment ändert und wandten deshalb einen schnellen, beinahe hastig wirkenden Malstil an, um den Moment einfangen zu können.

Jugendstil

Das Ziel des Jugendstils ist es, die Kunst unters Volk zu bringen, und so der Tristesse der Industrialisierung entgegenzuwirken. Die Künstler lassen sich von alten Welten inspirieren, malen Götter der Antike und verschnörkeln ihre Werke mit kunstvollen Ornamenten.