Kunstgeschichte am Beispiel deutscher Maler

Deutschland – das Land der Dichter und Denker. Und, leider häufig vergessen, auch der Künstler beziehungsweise Maler. Deshalb werden im folgenden Artikel einige der wichtigsten deutschen Künstler vorgestellt und durch ihre Werke dem Leser die Geschichte der deutschen Kunst näher gebracht.

Albrecht Dürer

Einer der wohl bekanntesten deutschen Maler lebte von 1471 bis 1528 und grenzte sich in dieser Zeit stark von anderen Künstlern ab, da er sich auch mit der Theorie des Schaffens von Kunst beschäftigte. Einen großen Teil zu seiner heutigen Bekanntheit trugen aber sicher auch seine unglaublich detaillierten Bilder bei, durch die er versuchte, die Natur so originalgetreu wie möglich wiederzugeben. Diese Art des Malens hob er auf ein Level, das bis heute kaum ein anderer Künstler erreichen konnte.

Geboren wurde Dürer in Nürnberg, wo er bis heute für sein Schaffen verehrt wird. Mit dem Albrecht-Dürer-Haus gibt es dort einen einzigartigen Gedenkort, in dem Dürer selbst beinahe zwanzig Jahre lebte.

Dürer begann seine Karriere zunächst durch eine Ausbildung zum Goldschmied in der Werkstatt seines Vaters. Aus dieser Zeit sind schon die ersten Werke des jungen Dürers bekannt. Durch eine darauffolgende Malerlehre eignete er sich noch mehr künstlerisches Wissen an, sodass er am Ende seiner Karriere ein überaus vielfältiges Werk aus unterschiedlichsten Gemälden, Handzeichnungen, Kupferstichen, Holzschnitten und verschiedenen Schriften geschaffen hatte.

Caspar David Friedrich

Dieser Künstler ist weltweit einer der wichtigsten Vertreter der Romantik. Sein wohl bekanntestes Werk ist der Wanderer über dem Nebelmeer, ein Gemälde, in dem die wichtigsten Aspekte der Romantik, die Natur, der Blick in die Ferne und die Sehnsucht nach Vergangenem und Zukünftigem thematisiert werden.

Friedrich startete seine Karriere nach einem Studium in Kopenhagen und wurde später vor allem für sein spätes Werk bekannt. Zu seinen Lebzeiten erlangte er jedoch keinen Ruhm und verstarb arm. Erst im 20. Jahrhundert wurden seine Werke wiederentdeckt und posthum bekam er die Anerkennung, die ihm während seines Lebens verwährt blieb.

Paul Klee

Der deutsche Maler war sowohl vom Expressionismus als auch vom Surrealismus inspiriert. Diese Vielfältigkeit zeigt sich auch in den über 9.000 Bildern und Zeichnungen, die er im Laufe seiner Karriere anfertigte. Aufgrund seiner Experimentierfreudigkeit bewegte sich der Künstler außerhalb sämtlicher Konventionen und war so anderen Künstlern seiner Zeit immer einen Schritt voraus.

Otto Dix

Dix gehört der Kunstströmung der Neuen Sachlichkeit an. Der Maler studierte zunächst Kunst an einer renommierten Universität, wurde dann aber eingezogen um im Ersten Weltkrieg Wehrdienst zu leisten. Seine Zeit an der Front verarbeitete er in seinen Werken, die die Demoralisierung Deutschlands nach dem ersten Weltkrieg darstellen und kritisieren sollten. Während des Zweiten Weltkriegs passte er seinen Stil an, um weiter in Deutschland arbeiten zu können. Nach dem Krieg nahm er seinen alten Stil wieder auf.

Emil Nolde

Der expressionistische Künstler aus Deutschland war vor allem für seine Bilder von Landschaften und bunten Blumenmotive bekannt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden seine Werke vom Nazi-Regime als entartet bezeichnet, was ihn jedoch nicht daran hinderte, weiter zu malen.

Anselm Kiefer

Der vor allem für seine großflächigen Gemälde bekannte Maler ist ein wichtiger Vertreter für den Neoexpressionismus, sowie zeitgenössische Kunst. Er war nicht nur als Maler, sondern auch als Bildhauer und Installationskünstler tätig. In allen seinen Werken beschäftigt er sich mit der Mythologie und Geschichte Deutschlands und nutzte unkonventionelle Medien wie Blei, Asche und Stroh.

Max Ernst

Der äußerst einflussreiche deutsche Künstler war Mitbegründer des Dadaismus und Surrealismus. Er arbeitete dabei mit den unterschiedlichsten Medien, wie die Malerei, Collage, Frottage und Film. Während seines Lebens schuf Max Ernst eine unglaublich große Sammlung von 6.500 Drucken, 1.260 Bildern, 900 Skulpturen und 820 Werken auf Papier.

Max Liebermann

Liebermann gilt als einer der bekanntesten jüdischen Künstler Deutschlands und war ein wichtiger Wegbereiter für den Impressionismus. Vorzugsweise malte er Landschaften und Figuren mit starkem Bezug zum Realismus. Dazu kamen zahlreiche Portraits, unter anderem eins von Albert Einstein. Da er während des Nationalsozialismus starb, wurde sein Tod nicht dokumentiert und sein Schaffen erst Jahre nach seinem Tod wiederentdeckt und wertgeschätzt.

Deutschland brachte trotz – oder gerade durch – seine abwechlungsreiche Geschichte viele verschiedene Künstler hervor, die unterschiedlichste Stilrichtungen prägten und teilweise sogar begründeten. Weiter bleibt Deutschland, insbesondere Berlin, für junge Künstler aus der ganzen Welt beliebt, was hoffen lässt, dass deutsche Künstler noch weitere Epochen prägen werden.